EULLE in der Praxis: LEADER-Projekt Unser Notarzt

UNSER*NOTARZT - Innovation und Tradition


Notfallmedizinische Nachwuchsgewinnung in der Eifel durch innovative Technik

Im Dezember 2014 stand am Notarztstandort Adenau in bis zu 60 % der Zeit kein Notarzt zur Verfügung. Dabei ist die Region ein Unfallschwerpunkt im nördlichen Rheinland-Pfalz. Aus diesem Anlass gründete sich im Förderverein des St. Josef-Krankenhaus in Adenau e.V. die Projektgruppe „UNSER*NOTARZT“. Notärzte, Rettungssanitäter, Notfallsanitäter und Medizinstudenten entwickelten mit sehr viel ehrenamtlichem Engagement gemeinsam eine Strategie zur Sicherung des Notarztstandorts. Die Strategie besteht aus zwei Komponenten: der Nachwuchsförderung und der Verbesserung der notärztlichen Versorgungsqualität.

Die Projektgruppe nutzt dabei das Alleinstellungsmerkmal „Grüne Hölle“: unter dem Motto „green hell – heaven can wait“ ergreift die Projektgruppe die Chance, Nachwuchsarbeit und die Faszination ausgehend von Hightech an der Rennstrecke und in der Notfallmedizin zu verknüpfen. Das Umfeld des Nürburgring vereint seit Jahrzehnten Innovation, Hightech, Geschwindigkeit und Notfallmedizin. Die Implementierung von innovativen notfallmedizinischen Techniken ist dabei ein Schlüssel, um angehende Notfallmediziner nachhaltig für die „perspektive Notfallmedizin“ und die Arbeit in der Eifel zu begeistern. Bei der innovativen notfallmedizinischen Technik handelt es sich um spezielle Patientensimulationstechnik, die es deutschlandweit selten, im ländlichen Raum bisher in dieser Form gar nicht gibt. Für die Anschaffung der Simulationstechnik hat sich der Förderverein des St. Josef-Krankenhaus Adenau e.V. drei Mal erfolgreich (Premiumförderung) bei der LAG Rhein-Eifel um einen Zuschuss beworben. Mit Hilfe dieser Technik lassen sich viele verschiedene Krankheitsbilder simulieren, Fehler im Realeinsatz später bestenfalls vermeiden. Im Ansatz sind Teamtrainings geplant: dadurch wird die Performance eines Teams in der Gesamtheit gestärkt. Dies ist wissenschaftlich gut begründet, aktuell noch mit viel Pionierarbeit verbunden, aber langfristig wird die Sicherheit der Region nachhaltig erhöht.

Der Praxistransfer lebensrettender notfallmedizinischer Innovation im Trainingssektor kann vor allem durch einen intensiven europäischen Austausch zwischen Rettungsteams und Notarztstandorten gelingen. Die Projektgruppe vernetzt sich deshalb mit anderen Notfallmedizinern in ganz Europa und gibt den Notfallsanitätern, Notärzten und Medizinstudenten so die Chance von den europäischen Nachbarn zu lernen, Grenzen im notfallmedizinischen Denken kritisch zu hinterfragen und neue Versorgungstechniken und – konzepte in der Eifel einzuführen.

Durch das große ehrenamtliche Engagement der Projektgruppe „UNSER*NOTARZT“ im Förderverein St. Josef-Krankenhaus Adenau, steht seit Mitte 2016 wieder in 100 % der Zeit ein Notarzt am Standort Adenau zur Verfügung. Neue, hochqualifizierte Notärzte mit intensiver langjähriger Erfahrung aus der Luftrettung konnten für den Notarztstandort gewonnen werden und haben auch die Tätigkeit in der Abteilung Anästhesie, Intensiv- und Notfallmedizin im Krankenhaus Adenau aufgenommen.


Weitere Informationen gibt es auf: http://unser-notarzt.de





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